Ukraine: Russischer Drohnenangriff beschädigt UNESCO-Weltkulturerbe in Lwiw
Bei einem russischen Drohnenangriff ist am 24. März ein Wohnhaus in Lwiw getroffen worden und in Brand geraten. Das Gebäude ist Teil des ehemaligen Bernhardinerklosters, ein Architekturdenkmal, das zum UNESCO-Weltkulturerbe „Lwiw – Ensemble des historischen Zentrums“ gehört. Direkt daneben befindet sich die Kirche des Hl. Andreas, deren Turm beschädigt wurde. Berichten zufolge gab es mindestens zwei Schwerverletzte. Zudem wurden beim gleichen Angriff weitere Gebäude in Lwiw von Drohnen getroffen.
Der Staatsdienst für Ethnopolitik und Gewissensfreiheit der Ukraine (DESS) verurteilte den zielgerichteten Angriff auf das historische Stadtzentrum scharf. Das ehemalige Bernhardinerkloster sei ein zentraler historisch-architektonischer Komplex der Stadt aus dem 17. Jahrhundert. Das „einzigartige Objekt“ habe den Status eines Denkmals von nationaler Bedeutung und stehe unter dem Schutz der UNESCO. Parallel seien massenhaft Wohngebäude und medizinische Einrichtungen in Lwiw und Iwano-Frankiwsk angegriffen worden, wobei es Todesopfer gab, darunter Kinder. Die Beschädigung solcher Denkmäler stelle „spirituellen Terrorismus“ dar. Russland habe damit zum wiederholten Mal eine totale Geringschätzung moralischer Normen demonstriert, indem es versucht habe, den Glauben und die Identität der Ukraine zu zerstören.
Das ukrainische Außenministerium kündigte an, dass die UNESCO Lwiw besuchen werde, um die Folgen des russischen Angriffs festzuhalten. Russland habe nicht nur Lwiw, sondern das Weltkulturerbe und die UNESCO als Organisation angegriffen. Daher forderte das Außenministerium eine entschlossene Reaktion. Die Ukraine erwarte nicht nur eine Verurteilung der Zerstörung, sondern auch konkrete Schritte der internationalen Gemeinschaft. Zudem rief das Außenministerium die UNESCO auf, Sanktionen gegen Russland im kulturellen Bereich zu ergreifen. Russland sei ein „Terror-Staat“, und die Russen seien „Barbaren“.
Die UNESCO zeigte sich in einem kurzen Statement „tief beunruhigt“ über den Angriff vom 24. März. Sie erinnerte daran, dass Kulturgut unter der Haager Konvention von 1954 und der Welterbekonvention von 1972 geschützt sei. Alle Parteien müssten Kulturerbe schützen und alle Handlungen unterlassen, die Kulturgüter schädigen könnten. Die UNESCO stehe bereit, um den Behörden mit Beurteilungen, Schutzmaßnahmen und Nothilfe beizustehen. (NÖK)

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