Publikationen
OWEP 3/2026: Aufwachsen in unsicheren Zeiten
Der Blick auf „die Jugend“ bewegt sich häufig zwischen hoffnungslosem Pessimismus und idealisierender Zukunftsperspektive. So einfach es auch scheint, diese Gruppe allein aufgrund des Alters zu erfassen, so vielfältig und widersprüchlich sind jedoch die Beobachtungen, die sich in konkreten Regionen gegenwärtig zeigen. In Ost- und Südosteuropa wächst nach Jahren der gesellschaftlichen Transformationen eine Generation heran, für die Krisen längst zur Normalität geworden sind. Krieg wie dauerhafte geo- und innenpolitische Krisen stellen junge Menschen vor besonders große Herausforderungen und machen „die Jugend“ gleichzeitig zu einem wichtigen Objekt politischer Strategien.
RGOW 7-8/2026: Historisches Erbe und Modernisierung. Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert
Die Stadtentwicklung im östlichen Europa im 20. Jahrhundert war geprägt von Modernisierungsbestrebungen, architektonischen Aufbrüchen, Umgang mit Wohnungsnot, aber auch von Krieg und Zerstörung sowie dem Ringen um das Bewahren des städtebaulichen Erbes. Zudem spielen Fragen nach dem repräsentativen Charakter und der historischen Identität einer Stadt und ihrer Bevölkerung eine wichtige Rolle. In der neuen Ausgabe stehen nicht nur Hauptstädte im Fokus, sondern vor allem Städte im Windschatten großer Metropolen.
Buchbesprechungen
Drei Buchbesprechungen zu:
Ashley Marie Purpura: Women in the Orthodox Tradition.
Daniel Scarborough: Russia’s Social Gospel.
Andriy Mykhaleyko: Streit um das Kyjiwer Erbe.
Journal of Church and State 68, 3/2026: The Russian Orthodox Church beyond Russia
War, Geopolitics, and Inter-Religious Relations
Special Issue
mit Beiträgen von: Alicja Curanović, Sebastian Rimestad, Dmytro Vovk, Elizabeth A Clark, Pavlo Smytsnyuk, Alar Kilp, Jerry G Pankhurst, Regina Elsner, Kristina Stoeckl, Dmitry Uzlaner
Buch: Religious Communities Under Pressure: Documenting Religious Persecution in Russia 2022–2026
Religious Communities Under Pressure: Documenting Religious Persecution in Russia 2022–2026
von Sergei Chapnin, mit einem Vorwort von Rowan Williams
Albion Bixby Publishing 2026
ISBN 979-8950169038
RGOW 6/2025: Faszination und Instrumentalisierung. Sport und seine gesellschaftlichen Dimensionen
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA gehört zu den größten Sportevents weltweit. Sport fasziniert, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Alltagskultur und beeinflusst zahlreiche gesellschaftliche Bereiche. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Sport von politischer Seite in Anspruch genommen wird. So spielt Kampfsport in Russland als Mittel der außenpolitischen Soft Power eine wichtige Rolle. Über Posten in zahlreichen internationalen Sportverbänden übt Russland aber weit darüber hinaus Einfluss in der Sportwelt aus. Für den abgewählten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán war Fußball ein wichtiges politisches Instrument. Fußball kann allerdings nicht nur den Mächtigen dienen: Zu Sowjetzeiten war Fußball in der Ukraine eine der wenigen Möglichkeiten, nationale Zugehörigkeit zu leben.
Review of Ecumenical Studies Vol. 17, 3 (2025): Sakralisierung des Kriegs
Der am 24. Februar 2022 erfolgte völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit verbundene Legitimierung dieses Krieges durch das Moskauer Patriarchat haben zu einer Tagung Anlass gegeben, die am 11./12. Oktober 2024 an der Universität Göttingen stattfand und dem Thema „Sakralisierung des Krieges“ gewidmet war. Eine Auswahl von Beiträgen dieser Tagung ist in der vorliegenden Ausgabe versammelt. Sie nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen historischen Perspektiven, zeigen aktuelle Entwicklungen auf und fragen nach den ökumenischen Konsequenzen.
RGOW 5/2026: Licht ins Dunkel. Macht und Missbrauch in den Kirchen
Licht ins unfassbare Dunkel zu bringen ist mittlerweile in vielen Ländern die Aufgabe von Untersuchungskommissionen zum Thema sexuellen Missbrauchs durch Geistliche. Initiiert wird die Aufarbeitung zumeist durch Betroffene, die nicht mehr schweigen wollen, und durch hartnäckige Journalisten. Dagegen war vielen stummen Mitwissenden innerhalb der kirchlichen Institutionen deren guter Ruf lange Zeit wichtiger als Schutz und Hilfe für die Opfer. Alle Studien zeigen deutlich, dass es sich nirgendwo um Einzelfälle handelt: Sexueller Missbrauch geschieht in einem klerikalen, hierarchisch-autoritären System.
Dass es sich dabei nicht nur um ein „katholisches Problem“ handelt, hat die ForuM-Studie von 2024 zur Evangelischen Kirche in Deutschland gezeigt. Noch keinerlei Studien zum Thema gibt es bezüglich der orthodoxen Kirchen. Die bekannten Einzelfälle lassen jedoch ein gewaltiges Dunkelfeld erahnen, denn die Machtstrukturen und Missbrauchsstrategien im orthodoxen Umfeld sind dieselben wie in den Westkirchen.
OWEP 2/2026: Die Vielfalt Rumäniens
„Rumänien ist ein unterschätztes Land“, so beschreibt unser Autor Stefan Hofmann treffend die Außenwahrnehmung des Landes. Der deutsche Blick ist trotz langjähriger EU-Mitgliedschaft unverändert von viel Nichtwissen geprägt. Manchen erscheint Rumänien bis heute vor allem als Ort von Korruption und Kriminalität – vereinfachte Zuschreibungen, die sich hartnäckig halten. Die gängigen Klischees werden der Wirklichkeit jedoch kaum gerecht. Rumänien ist vielfältiger als gängige Vorstellungen vermuten lassen.
RGOW 3-4/2026: Resilienz und Wandel. Historische Perspektiven auf die Ukraine
Nach über vier Jahren Angriffskrieg leisten die Ukrainer – zwar zunehmend ermüdet und erschöpft, aber weiterhin hartnäckig – Widerstand. Nicht nur die militärischen Fähigkeiten der Ukraine, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft haben viele externe Beobachter überrascht. Trotz der ständigen Luftangriffe und der gezielten Zerstörung der kritischen Infrastruktur des Landes reformieren die Ukrainer weiterhin Institutionen, planen den Wiederaufbau und formulieren Zukunftsvisionen – nicht nach dem Krieg, sondern inmitten all des Grauens. Zum nationalen Symbol dieser Widerstandsfähigkeit ist die Sonnenblume geworden.
Diese RGOW-Ausgabe, die in Kooperation mit der Initiative Ukrainian Research in Switzerland (URIS) an der Universität Basel entstanden ist, nimmt politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in der Ukraine seit dem späten 19. Jahrhundert in den Blick und untersucht, wie diese die heutigen ukrainischen Reaktionen auf die russische Aggression prägen.









