Nachrichten
13. August 2026
Drei Monate nach seinem Amtsantritt zieht der neue Prager Erzbischof Stanislav Přibyl eine erste Bilanz. Sein Ziel sei, das Vertrauen in die katholische Kirche und ihre Leitung wiederherzustellen. Hintergrund sind Missbrauchsfälle und organisatorische Missstände, die die Prager Erzdiözese in den vergangenen Jahren erschüttert haben. „Ich erlebe Frustration über das, was sich in der Vergangenheit in diesem Amt abgespielt hat“, so Přibyl im Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Ceský ro…
16. Juli 2026
Mehr als 50 Jahre nach seinem Tod soll der vom kommunistischen Regime in der Tschechoslowakei verfolgte Kardinal Štěpán Trochta (1905-1974) vollständig von der Justiz rehabilitiert werden. Laut tschechischen Medien prüft das Bezirksgericht in Litomerice, wo Trochta von 1947 bis 1974 Diözesanbischof war, einen entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft von Ende Juni.
Im Mittelpunkt steht Trochtas rechtswidrige Internierung zwischen dem 19. Juli 1950 und dem 16. Januar 1953, als der späte…
16. Juli 2026
Forscher der Masaryk-Universität in Brno haben in einer neuen Datenbank erstmals alle Schriften des böhmischen Reformators Jan Hus systematisch erfasst. Das Online-Angebot "MIHOO" bündelt Informationen zu rund 500 lateinischen und tschechischen Manuskripten, historischen Drucken sowie weiteren Quellen. Laut Radio Prag haben die Wissenschaftler damit eine über ein Jahrhundert andauernde Forschungsarbeit vollendet. Die Plattform richtet sich insbesondere an Wissenschaftler, aber auch an die inter…
02. Juli 2026
Der Prager Erzbischof Stanislav Přibyl hat die Einleitung eines kirchenrechtlichen Verfahrens gegen einen früheren leitenden Mitarbeiter der Erzdiözese Prag angekündigt. Mehrere Frauen beschuldigen den ehemaligen Diakon, sie über Jahre hinweg vergewaltigt, misshandelt und bedroht zu haben. Unmittelbar nachdem ihm die Vorwürfe bekannt wurden, habe er ein Vorverfahren eingeleitet, das einem eigentlichen Strafverfahren nach dem Kirchenrecht vorausgeht, teilte der erst seit wenigen Wochen als Erzbi…
04. Juni 2026
Die Tschechische katholische Bischofskonferenz und eine Betroffeneninitiative arbeiten künftig im Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche zusammen. Der Prager Erzbischof Stanislav Přibyl und Jiří Kylar, Vorsitzender des Vereins „Jemand wird dir glauben“, unterzeichneten am 2. Juni in Prag öffentlich ein entsprechendes Memorandum. Bewusst fand die Unterzeichnung unter freiem Himmel bei der Statue der „Jungfrau Maria im Exil“ am Strahov-Kloster statt. Man wolle damit Offenheit gegenüber Me…
21. Mai 2026
Gegen die Pläne der tschechischen Regierung zur Reform der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien regt sich Widerstand auch aus der katholischen Kirche. Die Regierungskoalition von Ministerpräsident Andrej Babiš will die bisherigen Rundfunkgebühren abschaffen und das Tschechische Fernsehen (CT) und den Tschechischen Rundfunk (CRo) spätestens ab 2027 direkt aus dem Staatshaushalt finanzieren. Die vorgeschlagenen Schritte könnten „irreversibel die Funktionsfähigkeit und Glaubwürdigkeit de…
07. Mai 2026
Mit einem Festgottesdienst im Veitsdom hat am 25. April die Erzdiözese Prag ihren neuen Erzbischof Stanislav Přibyl willkommen geheißen. Papst Leo XIV. hatte den 54-jährigen bisherigen Bischof von Litomerice und früheren Bischofskonferenz-Generalsekretär im Februar zum Nachfolger von Jan Graubner (77) an der Spitze der tschechischen Hauptstadt-Diözese ernannt. An der feierlichen Amtseinführung nahm u.a. der tschechische Präsident Petr Pavel, der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jude Thaddeus Ok…
23. April 2026
Der ernannte Prager Erzbischof Stanislav Přibyl ist von Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel zu einem ersten offiziellen Treffen empfangen worden. Knapp zwei Wochen vor Přibyls Amtseinführung im Veitsdom verlief das Gespräch an Pavels Amtssitz in der Prager Burg am 9. April laut Präsidialamt in einer sachlichen, zugleich aber offenen Atmosphäre. Im Zentrum standen demnach konkrete gesellschaftliche Herausforderungen. Pavel habe die Rolle der Kirche als stabilisierender Faktor in Zeiten wachse…
09. April 2026
Das tschechische Verfassungsgericht hat Teile des Grundlagenvertrags zwischen dem tschechischen Staat und dem Vatikan als verfassungswidrig erklärt. Mit der Entscheidung vom 1. April kann das Konkordat nicht in Kraft treten, wobei ihm dazu auch die Unterschrift des Präsidenten fehlt. Von den beiden Parlamentskammern war der Vertrag, der im Oktober 2024 vom damaligen Ministerpräsidenten Petr Fiala und dem vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet worden war, gebilligt wor…