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Bulgarien: Kritik an ukrainischer Religionspolitik

30. Juli 2026

Der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil hat in einem Schreiben an die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) bzw. deren Oberhaupt Metropolit Onufrij (Berezovskij) seine Solidarität mit der UOK zum Ausdruck gebracht. Patriarch Daniil warnt davor, dass jeder Versuch, der UOK ihren rechtlichen Status zu entziehen, „zu einer Verletzung der Religionsfreiheit von Millionen von orthodoxen Gläubigen führen würde“. Zudem wäre dies eine unzulässige „Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Orthodoxie“.

In der Ukraine läuft derzeit ein Gerichtsverfahren zur Liquidation der Kyjiwer Metropolie der UOK. Die Behörden werfen der UOK-Kirchenleitung Verbindungen zum Moskauer Patriarchat vor, was von der UOK vehement bestritten wird.

In der Ukraine gibt es zwei konkurrierende Kirchen: die UOK, die bis 2022 zum Moskauer Patriarchat gehörte, sich nach eigenem Bekunden aber bald nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine von Moskau lossagte, sowie die unabhängige Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU), der vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios vor einigen Jahren die Autokephalie verliehen wurde – was bedeutet, dass sie als völlig eigenständige, vom Ausland unabhängige Landeskirche anerkannt ist.

Die vorhandene Spaltung in der Orthodoxie in der Ukraine könne nicht durch politische Interventionen gelöst werden, sondern nur auf konziliare Weise, im Geiste des Evangeliums und der kirchenrechtlichen Bestimmungen, so Patriarch Daniil in seinem Schreiben. Die Orthodoxie in Bulgarien habe dies in der Vergangenheit selbst schmerzhaft erlebt.

Der bulgarische Patriarch schloss seinen Brief mit der Versicherung an Metropolit Onufrij, unablässig für den Frieden in der Ukraine zu beten. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)