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Bulgarien: Orthodoxe Kirche geht gegen proukrainischen Geistlichen vor

13. August 2026

Die Metropolie von Sofia hat Archimandrit Nikanor (Mischkov) für 15 Tage vom Dienst suspendiert. Zudem muss sich der Abt des Tschernogorski-Klosters der hl. Kosma und Damian nahe des Dorfs Giginci in der Metropolie Sofia vor einem Kirchengericht verantworten. Die Metropolie warf Archimandrit Nikanor gemäß einer Anordnung vom 28. Juli Handlungen vor, die nicht mit seinem geweihten Rang und dem Mönchsgehorsam vereinbar seien und der Autorität der Kirche geschadet hätten.

An einer Priesterkonferenz der Metropolie Sofia wurde zwei Tage später auch eine Deklaration zur Unterstützung von Patriarch Daniil im Konflikt mit Nikanor verabschiedet. Letzterer wurde von Geistlichen scharf kritisiert, weil er von der Bulgarischen Orthodoxen Kirche (BOK) als „Lakai des russischen Imperialismus“ gesprochen habe. Zudem wies die Priesterkonferenz Nikanors Anschuldigungen zurück, dass Patriarch Daniil als Einflussinstrument des Kremls agiere. Stattdessen wurden Nikanor mehrere Verstöße gegen die Kirchendisziplin zur Last gelegt. Unter anderem habe er im Ausland Gottesdienste gefeiert, darunter auch mit „unkanonischen Geistlichen“, womit wahrscheinlich Geistliche der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) gemeint sind.

Auch der Hl. Synod der BOK hat in einem Statement die Kritik von Archimandrit Nikanor an der BOK und ihrem Oberhaupt Patriarch Daniil verurteilt. Er distanzierte sich von dessen „öffentlich geäußerten diffamierenden Behauptungen“, seine „systematisch beleidigenden und verleumderischen Aussagen“, in denen er sich als Richter über alles und jeden darstelle, seien unzulässig und lösten einen Skandal unter den Gläubigen aus. Der Hl. Synod akzeptiere nicht, dass die Kirche instrumentalisiert und für politische Zwecke benutzt werde und sich der Archimandrit als politisches Opfer präsentiere. Jeder Angriff auf die Einheit der BOK sei unzulässig und werde entsprechend dem Statut und den Kanones strikt verurteilt. Die Geistlichen und Gläubigen rief der Hl. Synod auf, Provokationen zu widerstehen, die Feindschaft und Spaltungen hervorriefen.

Offenbar besteht der Konflikt zwischen Nikanor und Patriarch Daniil schon seit dessen Wahl zum Kirchenoberhaupt 2024. Kurz vor seiner Suspendierung veröffentlichte Archimandrit Nikanor ein harsches Statement, in dem er dem Patriarchen vorwarf, den Willen der Mönchsgemeinschaft zu ignorieren, gegen das Statut der Kirche zu verstoßen und einen administrativen Krieg gegen ihn und sein Kloster zu führen. Zudem kritisierte er die Position Daniils zum Krieg in der Ukraine und beschuldigte ihn einer prorussischen Haltung. Weiter habe er der ukrainischen Bevölkerung nie praktische Hilfe geleistet. Außerdem kritisierte er Daniils Führungsstil und warf ihm vor, die BOK in ein Instrument des ausländischen geopolitischen Einflusses zu verwandeln. In einem Interview, das von der ukrainischen Sophienbruderschaft organisiert wurde, legte Nikanor seine Meinung über den Konflikt mit Patriarch Daniil, die Position der BOK zum russischen Krieg, der OKU und UOK dar. Dabei erklärte er, er sei bereit, seinen Rang zu verlieren, aber nicht, seine Meinung zu verleugnen. (NÖK)

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