Ungarn: Zwölf neue Diözesanpriester in Ungarn
In Ungarn werden dieses Jahr zwölf Männer zu römisch-katholischen Diözesanpriestern geweiht. Ab September schließt das Priesterseminar in Györ, dann gibt es landesweit noch vier Seminare, in denen Priesteramtskandidaten ausgebildet werden und sich auf ihre Berufung vorbereiten. Wie im gesamteuropäischen Kontext sei auch in Ungarn ein Rückgang der Berufungen zu beobachten, stellt der Budapester Weihbischof Levente Balázs Martos fest. Vor diesem Hintergrund hob er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress über die Zukunft der Priesterausbildung die notwendige landesweite Zusammenarbeit hervor, um eine bestmögliche Ausbildung für Seminaristen zu sichern.
Rückmeldungen von Priesterstudenten zeigten, dass es nicht gut sei, in kleinen, sich abschließenden Gemeinschaften zu sein, verwies Martos auf die stark formende Kraft eines Gemeinschaftslebens in Seminaren. "Wie können wir in einer sich ständig wandelnden Welt aus dem Reichtum unseres Glaubens leben? Wie können wir Priester in die Pfarrgemeinden entsenden, die diesen Reichtum ganz aufnehmen können und gleichzeitig die Schritte finden, mit denen sie ihn weitertragen können?", betonte der Bischof eine der zentralen Fragen.
Die Bedeutung der wissenschaftlichen Ausbildung von Priestern müsse beibehalten werden; für die Zukunft sei es aber besonders wichtig, Fähigkeiten der Selbsterkenntnis und zur Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden in den Pfarren zu fördern, so der Zentralseminar-Rektor. Ein Priester brauche fundiertes Wissen über die kirchliche Tradition, eine starke spirituelle Basis und die Fähigkeit, menschliche Beziehungen aufzubauen.
Auch einmal Geweihte dürften in ihrem Priesterleben nicht allein gelassen werden, fügte Martos hinzu. Die Kirche müsse eine Gemeinschaft sein, die nicht nur Erwartungen an ihre Kleriker formuliere, sondern mit diesen in allen "Freuden und Schwierigkeiten" verbunden sei, also Priestern auch bei der Lösung von Problemen unterstützen, so der Bischof. In mehreren ungarischen Diözesen gebe es gute Praxisbeispiele, wie man sich auf unterschiedliche Weise bemühe, die Zusammenarbeit unter den Priestern zu stärken. In Budapest etwa würden die Priester in Altersgruppen zusammengeführt, anderswo gebe es spezielle Fortbildungen für die jüngere Priestergeneration, berichtete der Weihbischof exemplarisch.
Neupriester müssten sich bewusst sein, dass ihre Ausbildung für den Priesterberuf quasi nie abgeschlossen ist. Ein Priester müsse sich der eigenen Werte, seines Glaubens und seiner Sendung bewusst sein, ohne sich dabei dem Lernen zu verschließen, so Martos. Die Geistlichen leisteten einen Dienst am Menschen und an der Kirche, "und dafür braucht es eine Haltung der Offenheit", hielt der Weihbischof fest: "Ein Priester soll sich die Neugier zur Begegnung mit den Menschen bewahren - in ihnen wird ihm das gelebte Evangelium begegnen." (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)