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Ukraine: Eparchie Zaporizhzhja werden Verbindungen zur ROK vorgeworfen

27. August 2026

Der Staatsdienst der Ukraine für Ethnopolitik und Gewissensfreiheit (DESS) sieht es als belegt an, dass die Eparchie Zaporizhzhja der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) mit der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) verbunden sei. Die ROK ist in der Ukraine verboten, und ukrainische Religionsgemeinschaften dürfen nicht von einer im Ausland beheimateten religiösen Organisation, deren Tätigkeit in der Ukraine verboten ist, geleitet werden.

Für die Zugehörigkeit hat der DESS bei seiner Untersuchung, die am 12. August begann, drei Indizien festgestellt. So gehöre die Eparchie zur Metropolie Kyjiw der UOK, die schon zuvor als mit der ROK verbunden erklärt worden war, deren Liquidierung aber immer wieder verschoben wird. Zweitens gehe die Zugehörigkeit aus dem Statut der Eparchie hervor, und drittens gehöre der Leiter der Eparchie Zaporizhzhja gemäß dem Statut der ROK zu den Leitungsorganen der ROK. Aufschlussreich ist, dass die Zugehörigkeit zur Metropolie Kyjiw als Zeichen der Zugehörigkeit zur ROK gewertet wird. Dies bestätigt Befürchtungen, dass über ein Verbot der Metropolie Kyjiw alle ihr angegliederten Organisationseinheiten der UOK verboten werden könnten. Befürchtungen vor einem vollständigen Verbot der UOK durch die Anpassungen am ukrainischen Religionsgesetz von 2024 war oft mit dem Argument begegnet worden, dass alle Kirchgemeinden, Klöster, Eparchien, Bildungseinrichtungen und anderen kirchlichen Organisationen eigene juristische Personen mit einer eigenen staatlichen Registrierung sind und daher einzeln verboten werden müssten.

Metropolit Luka (Kovalenko) von Zaporizhzhja, der in der Liturgie angeblich noch immer den russischen Patriarchen Kirill kommemoriert und die Unabhängigkeitserklärung der UOK von 2022 kritisiert, hatte besorgt auf die Ankündigung der Untersuchung reagiert. Es wäre einfach, sich dem Ärger und Wunsch, sich zu verteidigen, hinzugeben, aber genau das werde von den Angehörigen der Eparchie erwartet: „scharfe Erklärungen, gegenseitige Beschuldigungen und öffentlicher Hass“. Die Geschichte der Kirche lehre jedoch einen anderen Weg. Der Metropolit rief dazu auf, zu beten, dass „weder Angst noch Ärger noch – am gefährlichsten – Hass“ sich in den Herzen festsetze. Die Gläubigen sollten sich mit „Gebet, Fasten, Sakramenten und gegenseitiger Liebe“ stärken. Schließlich rief er dazu auf, täglich um 21:00 Uhr für Viktor Yelenskyj, den Leiter des DESS, und „alle, die unsere Kirche und uns alle hassen, unterdrücken oder verletzen“, zu beten, damit sie sich vom Bösen abwenden.

Im Juli hatten die Behörden in den russischen besetzten Teilen der Region Zaporizhzhja erklärt, der ROK Kirchen übergeben zu wollen, die bis 2022 von ukrainischen Gemeinden genutzt worden waren. Laut dem Leiter Jevgenij Balitskij geht es dabei um Kirchen, die „schismatischen Strukturen“ gehören. Diese sollten instandgesetzt und der Eparchie Berdjansk der ROK übergeben werden. Bereits 2024 war der besetzte Teil der Eparchie Zaporizhzhja der Eparchie Berdjansk unterstellt worden, angeblich auf Wunsch der Geistlichen und Laien, die aufgrund der Frontlinie von ihrer Kirchenleitung abgeschnitten seien. In anderen Fällen hat die ROK in besetzten ukrainischen Gebieten eigene Kirchenstrukturen gegründet. (NÖK)

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