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Republik Moldau: Präsidentin befürchtet Wahlmanipulationen durch Kirche

07. August 2025

Die moldauische Präsidentin Maia Sandu hat mit Blick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen vor Manipulationen und ausländischer Einmischung, insbesondere durch Russland, gewarnt. Nach einer Sitzung des Obersten Sicherheitsrats der Republik Moldau am 30. Juli erklärte sie, dass Russland das Land kontrollieren wolle und zu diesem Zweck „beispiellose Eingriffe“ in die Parlamentswahlen im September 2025 plane. Dies sei ein großes Risiko für die nationale Sicherheit und die demokratischen Prozesse, dessen sich die Bürger bewusst sein müssten. Alle „Institutionen und die ganze Gesellschaft“ müssten sich über die Gefahr klar werden und sich schützen.

Der Kreml versuche über verschiedene politische Wege seine eigenen Leute in das nächste Parlament zu bringen, erklärte Sandu. Dazu benutze Russland verschiedene Instrumente, darunter auch die Kirche. Mit der Instrumentalisierung der Religion ziele Russland darauf, Angst zu verbreiten und verschiedene Bevölkerungsteile zu radikalisieren. Dabei nannte sie Pilgerreisen nach Russland, Medien- und logistische Hilfe durch prorussische Gruppen sowie die Aktivitäten von Stiftungen mit indirekter ausländischer Unterstützung. Sandu erinnerte die Priester daran, dass es eine „schwere Sünde“ sei, seinen „Nachbar zu betrügen und sein Land zu verkaufen“.

Die Moldauische Orthodoxe Kirche (MolOK) ist eine autonome Kirche innerhalb der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK). Deren Oberhaupt, Metropolit Vladimir (Cantarian), hat zwar offen das Moskauer Patriarchat für seine Haltung im Ukraine-Krieg kritisiert und dessen schlechtes Image für die schwierige Lage der MolOK verantwortlich gemacht, eine Trennung von der ROK lehnt er aber ab. Zugleich steht die MolOK in Konkurrenz zur Bessarabischen Metropolie der Rumänischen Orthodoxen Kirche (RumOK), die zunehmend an Attraktivität gewinnt, auch unter Geistlichen. Metropolit Vladimir suchte zwischenzeitlich den Dialog zur RumOK, um die Probleme zu lösen. Zugleich gibt es in der MolOK Hierarchen, die als prorussisch gelten. Zu diesen zählt Metropolit Marchel (Mihăescu) von Balţi, der unter anderem eine Reise für moldauische Geistliche nach Russland organisierte, bei der sie offenbar Geld bekamen, und der den Konflikt mit der Bessarabischen Metropolie schürt. (NÖK)

Neue Dynamik im moldauischen Kirchenkonflikt

Das Oberhaupt der Moldauischen Orthodoxen Kirche hat sich vorsichtig von Patriarch Kirill distanziert. Gleichzeitig gibt es vermehrt Übertritte von Geistlichen zur Bessarabischen Metropolie, die zur Rumänischen Orthodoxen Kirche gehört. Mihai-D. Grigore ordnet die jüngsten Entwicklungen ein.