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Bulgarien: Bartholomaios stärkt Beziehungen zur Bulgarischen Kirche

22. Oktober 2026

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomaios hat von 17. bis 19. Oktober Bulgarien besucht. Am 19. Oktober stand er gemeinsam mit dem bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Daniil einem Gottesdienst im historischen Rila-Kloster vor. Bulgarien begeht dieses Jahr den 1150. Geburtstag und 1080. Todestag des heiligen Johannes von Rila, des spirituellen Patrons Bulgariens. Die Göttliche Liturgie in Rila war der Höhepunkt des mehrtägigen Besuchs des Ökumenischen Patriarchen in Bulgarien, wie der Pro Oriente-Informationsdienst berichtete.

In Rila unterstrich Patriarch Daniil die Notwendigkeit, die Einheit innerhalb der orthodoxen Kirche inmitten wachsender Spaltungen zu bewahren. „In diesen Zeiten ist die kirchliche Einheit mehr denn je erforderlich“, sagte der Patriarch laut dem Portal OrthodoxTimes. Er betonte, dass die Führer der Kirchen die Verantwortung hätten, die Einheit zu suchen und zu bewahren, insbesondere angesichts bestehender und aufkommender Konflikte.

Patriarch Bartholomaios seinerseits bezeichnete die Vorrangstellung Konstantinopels in der Weltorthodoxie nicht als eine der Autorität, sondern des Dienstes. Er freue sich über seinen ersten offiziellen Besuch in Bulgarien seit der Inthronisation Daniils 2024. Bartholomaios erinnerte auch an den Antrittsbesuch des neuen bulgarischen Patriarchen im Phanar in Istanbul zu Weihnachten 2025. Ebenso würdigte Bartholomaios, dass Daniil mit ihm in diesem Sommer gemeinsam Imbros besuchte. Die türkische Insel ist die Heimat des Ökumenischen Patriarchen. Er sehe, so Bartholomaios, die Beziehungen zwischen der Bulgarischen Orthodoxen Kirche und dem Patriarchat von Konstantinopel wieder deutlich gestärkt. Und er versicherte Patriarch Daniil der steten Unterstützung seitens Konstantinopels.

Der Ökumenische Patriarch forderte in Rila einen aufrichtigen Dialog zwischen den orthodoxen Kirchen und drückte die Hoffnung aus, dass die Kommunikation immer von Versöhnung und gegenseitigem Respekt geleitet werde.

Zum Auftakt seines Bulgarienbesuches hatte Patriarch Bartholomaios am 17. Oktober im Nationalen Kulturpalast in Sofia die Ausstellung „Mount Athos in Sofia“ des griechisch-österreichischen Malers und Architekten Efthymios Varlamis (1942–2016) eröffnet. Am 18. Oktober feierten Daniil und Bartholomaios die Göttliche Liturgie in der orthodoxen Alexander Newski-Kathedrale in Sofia. Auch dieser Gottesdienst stand ganz im Zeichen der innerorthodoxen Einheit sowie des gemeinsamen Gebets um Frieden. Zudem stand ein Gedenkgottesdienst für den 2024 verstorbenen Patriarchen Neophyt auf dem Programm.

Die Worte beider Patriarchen sind u.a. vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Orthodoxie derzeit intern heftig zerstritten ist. Das Patriarchat von Moskau hat die eucharistische Gemeinschaft mit dem Patriarchat von Konstantinopel und allen anderen orthodoxen Kirchen aufgekündigt, die die unabhängige Orthodoxe Kirche der Ukraine anerkennen. Die Orthodoxe Kirche von Bulgarien versucht, in diesem Konflikt eine neutrale Position einzunehmen bzw. den Kontakt zu beiden Seiten zu halten. Ein Ende des innerorthodoxen Konflikts ist derzeit nicht abzusehen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)