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Bulgarien: Patriarch Daniil im Heiligen Land

08. Oktober 2026

Der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil hat das Heilige Land besucht. Die Solidaritätsvisite galt dem orthodoxen Patriarchat von Jerusalem und seinem Patriarchen Theophilos III. Politischer Höhepunkt war am 29. September eine Begegnung Daniils mit dem jordanischen König Abdullah II. in Amman. Der König bekräftigte laut örtlichen Medienberichten einmal mehr, dass Jordanien die christliche Präsenz in der Region weiterhin schützen und seine Rolle beim Schutz der muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem wahrnehmen werde.

Diese Position Jordaniens, die der König auch jüngst in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York bekräftigte, wurde vom bulgarischen Patriarchen gewürdigt. In einer Zeit schwerer Prüfungen für die Völker des Nahen Ostens zeuge der Appell des Königs für Frieden, Dialog, Gerechtigkeit und Achtung der Menschenwürde sowie sein Engagement für den Erhalt des historischen und rechtlichen Status der christlichen und muslimischen heiligen Stätten in Jerusalem von der großen Verantwortung, „die das Haschemitische Königreich im Dienste des Friedens und des friedlichen Zusammenlebens der Völker und Religionen trägt“, fügte Patriarch Daniel hinzu.

Der bulgarische Patriarch hielt sich seit dem 25. September zuerst in Jerusalem und dann in Jordanien auf. Spiritueller Höhepunkt war eine Göttliche Liturgie in der Jerusalemer Grabeskirche, der die beiden Patriarchen gemeinsam vorstanden. Patriarch Theophilos III. von Jerusalem betonte die Notwendigkeit, die Einheit der Orthodoxen Kirche zu bewahren und wiederherzustellen. Er warnte davor, dass „menschliche Schwächen und Spaltungen“ das kirchliche Zeugnis in der heutigen Welt untergraben würden. Die Kirche sei dazu berufen, in einer von Krieg und Gewalt geplagten Welt eine Botschaft der Versöhnung, der Hoffnung und des Friedens zu verkünden. Eindringlich plädierte der Patriarch dafür, „für den Erhalt und die Wiederherstellung der Einheit zu arbeiten“.

Theophilos sprach damit vor allem den derzeit kirchentrennenden Konflikt zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel an. Andere orthodoxe Kirchen wie das Patriarchat von Jerusalem oder auch von Bulgarien versuchen eine Art Vermittlerrolle einzunehmen. Theophilos bezeichnete folglich den jüngsten Besuch von Patriarch Daniil im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel sowie seine aktuelle Anwesenheit in Jerusalem als Ausdrucksformen seines Engagements für Einheit und Frieden unter den orthodoxen Ortskirchen.

Das orthodoxe Patriarchat von Jerusalem ist die größte einheimische Kirche im Heiligen Land. Die Zahl der Gläubigen wird gegenwärtig mit rund 120‘000 angegeben, die in Israel, Palästina und Jordanien leben. Patriarch Theophilos III. leitet die Kirche seit 2005. Das Patriarchat steht aufgrund der schwierigen politischen Lage im Heiligen Land schwer unter Druck. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)