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Kroatien: Zentrum für Ethik der digitalen Kommunikation an theologischer Fakultät gegründet

29. Januar 2026

An der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Split gibt es ein neues Zentrum für die Ethik digitaler Kommunikation und Algorithmenethik. Dieses soll die digitale Kompetenz sowie das Bewusstsein und die Verantwortung bei der Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien erhöhen und die Vertrautheit mit Werkzeugen der künstlichen Intelligenz (KI) gemäß den Prinzipien der Ethik der Algorithmen (Algorithmenethik) verbessern. Die Gründerin und Leiterin des neuen Zentrums, Prof. Ana Jeličić, erklärte, dass die Ausbreitung von KI im Alltag viel schneller ablaufe als die Reflexion darüber. Besonders in Sprachmodellen sieht sie eine Herausforderung für Familien und Einzelpersonen, da die KI so zu einem „unsichtbaren, aber allgegenwärtigen und einflussreichen Familienmitglied wird“. Die KI dringe immer weiter in den persönlichen Bereich ein und entwickle sich von einem einfachen digitalen Assistenten zu einem „Ersatz für Eltern, Freunde, Therapeuten, Lehrpersonen und sogar Geistlichen“. Darüber müsse diskutiert und Vorschläge für die ethische Regulierung und Bildungsmodelle müssten entwickelt werden. Da die Beziehung zwischen Mensch und Maschine eine „ernste Herausforderung für zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch das Verhältnis zwischen Mensch und Gott“ sei, brauche KI einen Platz in der Theologie.

Ohne den Nutzen von KI infrage zu stellen, sei es wichtig, ihre Gefahren, Risiken und Herausforderungen, darunter „Störungen im Informationsbereich, Cybergewalt sowie Destabilisierung von Familien und Gesundheit“, zu erkennen, so Prof. Jeličić. Geplant sei zu diesem Zweck die Entwicklung verschiedener Projekte, Kurse, Workshops, runder Tische, wissenschaftlicher Tagungen und Filmvorführungen. Damit soll die digitale Kompetenz, Entwicklung einer Medienkultur und ethischer Richtlinien erreicht werden. Das Programm soll in der akademischen Gemeinschaft, im kulturellen und öffentlichen Raum, Pfarrkatechesen, religiösen Treffen für Jugendliche und Familien sowie ähnlichen Programmen zur religiösen Bildung umgesetzt werden. Das Angebot richtet sich an Schüler, Studierende, Geistliche, Ordensleute, Lehrpersonen, Religionspädagogen, in der Seelsorge und den Medien Beschäftigte, aber auch Eltern und die breitere Öffentlichkeit. (NÖK)