Ungarn feierten Nationalheiligen Szent István
Im Zeichen von Appellen für gelebtes Christentum und eine „Kultur des Friedensstiftens“ standen die kirchlichen Feiern zum Fest des ungarischen Nationalheiligen Szent István Király (Hl. König Stephan von Ungarn, 969–1038). Kardinal Péter Erdő würdigte den Patron Ungarns beim Festgottesdienst vor der Stephansbasilika in Budapest am 20. August als Wegweiser des ungarischen Volkes zu Christentum, Hoffnung und brüderlicher Gemeinschaft. Nach der Messe, an der auch Vize-Regierungschef Zsolt Semjén teilnahm, wurde die als Reliquie verehrte, einbalsamierte rechte Hand des Nationalheiligen bei einer Prozession durch die Straßen Budapests getragen.
Ohne den persönlichen Glauben an Gott erschienen Welt, Geschichte und das menschliche Leben sinnlos, führte Primas-Kardinal Erdő aus. Das Vertrauen auf Gott sei die Grundlage der christlichen Hoffnung, die Gläubige an ihre Mitmenschen weitergeben müssten, sagte der Erzbischof von Esztergom-Budapest. Die gesamte Menschheit sei auf einem „gemeinsamen Pilgerweg“.
Zsolt Marton, Bischof von Vác, hob in seiner Festpredigt hervor, dass König Stephan ein Friedensstifter gewesen sei. Er habe Frieden mit den Nachbarländern gesucht, „aber niemals auf Kosten seines eigenen Volkes“. Stephan habe sowohl mit dem Westen als auch mit dem Osten gute Beziehungen gepflegt, sei dabei aber „nicht prinzipienlos und nicht kompromisslerisch“ vorgegangen. Indem er Ungarn mit der westlichen christlichen Kultur verband, habe er sich nicht gegen den Osten gewandt. „Lernen wir von König Stephan die Kultur des Friedensstiftens!“, appellierte der Bischof.
Frieden sei nicht nur Waffenstillstand, nicht das Entfliehen vor Konflikten und auch nicht bloße Schicksalsergebenheit, betonte Marton. Um Frieden zu stiften, müsse man zunächst mit sich selbst in Frieden sein, dann mit den Mitmenschen, und als Gläubige vor allem mit Gott. „Nur auf dieser Grundlage sind wir fähig, wahre und authentische Friedensarbeiter zu sein“, sagte der Bischof.
König Stephan habe nicht bloß einen Pakt mit dem Christentum geschlossen, sondern sei „zu Christus bekehrt“ worden und habe das Evangelium gelebt, so Marton. Ihm sei klar gewesen, dass er mit der Förderung des Wohls der Kirche auch dem Aufstieg seines Volkes diene. „Einen echten christlichen Führer erkennt man auch heute daran, dass sein Herz nicht nur in Worten, sondern auch in Denken und Handeln mit der Kirche schlägt“, betonte der Bischof von Vác. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)