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Litauen: Neuer Exarch des Ökumenischen Patriarchats in sein Amt eingeführt

18. Juni 2026

In der Dreifaltigkeitskirche in Vilnius hat Patriarch Bartholomaios den neuen Leiter des litauischen Exarchats des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, Bischof Panaretos (Psaraftis) von Tamissos, in sein Amt eingeführt. In seiner Rede am 7. Juni bezeichnete Bartholomaios die Aufgaben des neuen Exarchen als „schwierig und umfangreich“.

Der Patriarch verwies auf Panaretos‘ langjährigen Dienst im Herzen der Orthodoxie sowie auf seine vielen Qualifikationen. Seine umfassenden Kenntnisse der russischen Sprache und die Fähigkeit, Gottesdienste in Altkirchenslawisch zu feiern, bildeten eine „Brücke des Trostes und einen Kommunikationskanal für die vielsprachige und tief verletzte Herde in den baltischen Ländern“. Die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine und anderen slawischen Ländern suchten in Litauen einen Ort des Friedens und der Sicherheit. Sie suchten nicht einen „entfernten Administrator“, sondern einen „wahren geistlichen Vater“, der mit ihnen in der Sprache ihrer Vorfahren sprechen könne.

Bischof Panaretos betonte, dass das Ökumenische Patriarchat nicht gekommen sei, um zu spalten, sondern um zu vereinen. Es wolle durch Dienst und Seelsorge heilen. Am Gottesdienst nahmen die Gläubigen des Exarchats und offizielle Gäste teil. Anwesend waren unter anderen der römisch-katholische Erzbischof von Vilnius, Gintaras Grušas, der Apostolische Nuntius Georg Gänswein, die Botschafter von Griechenland, Rumänien und der Republik Moldau, ein Vertreter der ukrainischen Botschaft, Diplomaten sowie Vertreter der evangelisch-lutherischen Kirche und anderen Religionsgemeinschaften.

Das Exarchat wurde 2023 infolge des Übertritts mehrerer litauischer orthodoxer Geistlicher vom Erzbistum Litauen, das zur ROK gehört, zum Ökumenischen Patriarchat eingerichtet. Zudem wurden auch zwei Geistliche der Belarusischen Orthodoxen Kirche aufgenommen, die aus Belarus geflohen waren. Patriarch Bartholomaios wurde auch ein Brief von Svjatlana Tsichanouskaja, der Anführerin der belarusischen Opposition im Exil, übergeben. Darin bedankte sie sich für die Errichtung der belarusischen Gemeinde in Vilnius innerhalb des Ökumenischen Patriarchats und unterstrich die Bedeutung der Kirche für die Belarusen, insbesondere unter den schwierigen Lebensumständen in der erzwungenen Emigration.

Nahe des Baltikums hielt sich gleichzeitig der russische Patriarch Kirill auf. Kirill besuchte Kaliningrad, dessen Eparchie er von 1986 bis 2009 geleitet hatte, um der Region eine Statue des Hl. Vladimir zu schenken. Im Gottesdienst nahm der Patriarch Bezug auf den Zweiten Weltkrieg, nach dem das damalige Königsberg an die Sowjetunion fiel. Ein Symbol für den Sieg sei unter anderem die Ankunft der sowjetischen Soldaten und mit ihnen „unseres Volks“ in dem Gebiet gewesen. Das habe „keine Okkupation“ dargestellt, sondern „Gerechtigkeit“ für das Leiden, das der Feind verursacht und unter dem die sowjetische Bevölkerung mehr als alle anderen gelitten habe. Deshalb sei es „gesetzlich und gerecht und für immer“, dass die Region russisch geworden sei. (NÖK)