Ukraine: Ukrainische Orthodoxe Kirche plant Feiern zu 30 Jahren Selbstständigkeit

Im Jahr 2020 feiert die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) das 30-jährige Jubiläum ihrer Selbstständigkeit. Die Verleihung des autonomen Status innerhalb der Russischen Orthodoxen Kirche durch den damaligen Moskauer Patriarchen Aleksij II. 1990 soll im Herbst feierlich begangen werden. Das wurde an der Sitzung des Hl. Synods der UOK am 17. August im Kiewer Höhlenkloster besprochen.

Der Hl. Synod stellte fest, die unabhängige und selbstständige Verwaltung der UOK sei die Grundlage für ihre vollwertige Aktivität in der unabhängigen Ukraine gewesen. Metropolit Antonij (Pakanitsch) von Borispol, der Geschäftsführer der UOK, erklärte, die Rechte der UOK seien „so breit, dass sie in einigen Bereichen größer sind als die Rechte einiger autokephaler Kirchen“. Der Hl. Synod rief Wissenschaftler auf, die Geschichte der UOK nach 1990 zu erforschen, und beauftragte die Kiewer Geistliche Akademie, ein zeitgemäßes Lehrbuch über die Geschichte der Orthodoxie in der Ukraine zu erarbeiten.

An seiner Sitzung beschloss der Hl. Synod zudem in allen Eparchien Mittel zu sammeln, um das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Antiochien angesichts der verheerenden Explosion in Beirut zu unterstützen. Außerdem will der Hl. Synod seine Friedensinitiativen im Konflikt in der Ostukraine weiterführen. Für September 2020 ist in der Lavra von Svjatogorsk deshalb das Forum „Menschen des Friedens“ geplant. Damit sollen die „Bemühungen und neuen Abkommen über eine umfassende Waffenruhe unterstützt“ werden. Zur Teilnahme sind Ukrainer und Ausländer sowie zivilgesellschaftliche und humanitäre ukrainische und internationale Organisationen, die keine politischen oder staatlichen Institutionen sind, eingeladen. Das Forum solle eine „effektive Dialogplattform“ werden, die „Inhalte zur Erarbeitung und Umsetzung von Aktionsprogrammen zur Beendung des Konflikts und zur Wiederherstellung eines friedlichen Lebens der Menschen im Donbass und im Osten der Ukraine generiert“, erklärte Metropolit Antonij.

Am selben Tag feierte das Oberhaupt der UOK, Metropolit Onufrij (Berezovskij) von Kiew, den sechsten Jahrestag seiner Inthronisation. Auf dem Vorplatz des Kiewer Höhlenklosters feierte er die Hl. Liturgie, während der er mehrere Erzbischöfe zu Metropoliten und Bischofe zu Erzbischöfen erhob. In seiner Predigt verwies Onufrij auf die Herausforderungen der letzten sechs Jahre und betonte, dass auch die „Tragödien, Schwierigkeiten, Spaltungen, Versuchungen, Verfolgungen und Unterdrückungen“ Geschenke Gottes seien. Ohne diese hätten es sich die Angehörigen der UOK vielleicht zu bequem gemacht, so aber seien sie gezwungen gewesen, zu beten und sich zu bessern. An einer Pressekonferenz verwies Metropolit Antonij darauf, dass die UOK unter der Leitung Onufrijs gewachsen sei. Heute gehörten ihr mehr Geistliche, mehr Klöster und mehr Mönche und Nonnen an als 2014.

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