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Russland: Geistliche werden zur Einhaltung von Kommunikationsregeln verpflichtet

04. November 2026

Der Hl. Synod der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) hat an seiner Sitzung vom 22. Oktober beschlossen, den Eid, den Priester und Diakone vor ihrer Weihe ablegen müssen, zu ergänzen. Neu verpflichten sich die künftigen Geistlichen, „nicht öffentlich ohne Segen der Kirchenleitung im Namen der Kirche aufzutreten“, bei Auftritten in den Medien und im Internet, darunter auch in den sozialen Medien, Äußerungen zu unterlassen, die die „orthodoxe Kirche diskreditieren oder die Lehren der Kirche verzerren“, sowie das Internet nicht zu ihrem „eigenen Vorteil zu nutzen“. Zudem hieß der Hl. Synod einen standardisierten Fragenkatalog gut, der künftig bei der Befragung der Kandidaten vor der Weihe zum Einsatz kommen soll. Ein entsprechender Fragenkatalog soll für Mönchskandidaten erarbeitet werden.

Kommentatoren weisen darauf hin, dass unklar bleibt, was unter „diskreditierenden“ Aussagen zu verstehen ist, und wer bestimmt, wo die Grenzen des Sagbaren liegen. Über die praktische Umsetzung wird ebenfalls gerätselt. So ist unklar, ob jeder einzelne Post in den sozialen Medien zuerst zur Genehmigung an die Leitung der Eparchie geschickt werden, und ob die Eparchie wiederum die Genehmigung der synodalen Informationsabteilung einholen muss. Zudem wird kritisiert, dass mit der Ergänzung eine Form der Zensur eingeführt werde. Zudem fragt sich, ob der neue Text auch rückwirkend gilt, also bereits vor langer Zeit geweihte Geistliche, die den alten Text unterschrieben haben, ebenfalls davon betroffen sind. (NÖK)