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Russland: Autobiografie von Papst Franziskus zensiert

27. August 2026

Die Autobiografie von Papst Franziskus mit dem Titel „Hoffnung“ ist auf Russisch im russischen Verlag Alpina erschienen. Allerdings sind bestimmte Stellen zensiert worden, wie auf Vorschaubildern eines russischen Buchladens zu sehen ist. Dort sind Teile der Seiten 242 und 243 geschwärzt. Die orthodoxe Theologin Natallia Vasilevich gab auf Telegram die betreffende Stelle auf Russisch wieder. In der Passage geht es um die Erklärung Fiducia supplicans und den Umgang mit geschiedenen, homosexuellen und transsexuellen Menschen. Dabei betonte der verstorbene Papst, dass die Kirche für alle Menschen offen sei.

In der elektronischen Version des Buches entdeckte Vasilevich noch eine weitere zensierte Stelle im Kapitel 21 „Verletzung des Friedens“. In der Passage schilderte Franziskus den Beginn von Russlands Vollinvasion in die Ukraine 2022, die den Krieg ins „Herz Europas“ und die „reale Gefahr“ der Anwendung von Atomwaffen, „deren Besitz an sich schon als unmoralisch gelten muss“, gebracht habe. Er beschrieb, wie er am nächsten Tag den russischen Botschafter beim Hl. Stuhl aufgesucht und um das Ende der Bombardierungen gebeten habe – eine einmalige Vorgehensweise. Zudem beklagte er das Leiden des ukrainischen Volks, das schon unter Stalin Verfolgungen und dem „Genozid durch Hunger“ ausgesetzt war. Er schilderte auch die Bemühungen des Vatikans um Frieden, die Reisen mehrerer Kardinäle, Vermittlungsangebote und Hilfe bei Gefangenenaustauschen. Jeder Tag mit Waffengewalt sei ein „Tag der Niederlage, des sinnlosen Leidens, für das jemand die Verantwortung trägt“. Imperiale Interessen dürften nicht schwerer wiegen als das Leben hunderttausender Menschen, schrieb Papst Franziskus. Die Städte Kyjiw, Charkiw, Mariupol, Izjum und Butscha bezeichnete er als „Städte-Märtyrer“ und „Orte ungeheuerlicher Brutalität“. (NÖK)