Russland: Anhaltende Repressionen gegen kritische Geistliche
Das Moskauer Patriarchat hat Konstantin Korkora die Priesterwürde entzogen. Am 26. Juni unterzeichnete Patriarch Kirill das entsprechende Urteil des Kirchengerichts der Moskauer Eparchie vom 11. Juni. Der Theologe und Lehrer aus Moskau hatte sich geweigert, das vom Patriarchen 2022 verordnete Gebet „Über die Heilige Rus“ vorzutragen und für den Sieg zu beten. Nach zwei Verwarnungen durch seinen Bischof und den zweiten Geistlichen seiner Kirche emigrierte er im Frühling 2026 mit der Familie nach Frankreich und berichtete in einem Interview über die Situation von Kriegsgegnern in Russland. Die Formulierung des Kirchengerichts bezieht sich wie bereits bei den Priestern Ioann Koval, Andrej Uminskij und anderen auf die „Verletzung der Regeln des 25. Apostelkonzils, des 15. Apostelkonzils und des 3. Konzils von Antiochia“. Laut der Kirchenexpertin Ksenia Luchenko ist eine Verurteilung aufgrund des Nichtvorlesens eines Gebets nicht möglich, stattdessen wird in diesen Fällen die Verletzung des Treueeids gegenüber dem Patriarchen verurteilt.
Ebenfalls Ende Juni hat das erste Berufungsgericht für allgemeine Gerichtsbarkeit in Moskau die Beschwerde gegen eine erneute Verlängerung der Untersuchungshaft von Denis Popovitsch und Nikita Ivankovitsch, denen die Planung eines Attentats auf Metropolit Tichon (Schevkunov) vorgeworfen wird, zurückgewiesen. Die beiden waren im Januar und Februar 2025 verhaftet worden. Popovitsch war der Sekretär von Metropolit Tichon, Ivankovitsch Chorsänger und Altardiener einer Moskauer Kirche, beide besuchten das Geistliche Sretenskij-Seminar und sind ukrainische Bürger. Im Mai 2026 wurden neue Beschuldigungen gegen die beiden erhoben, so dass ihnen eine lebenslange Haftstrafe droht. Im Juli 2026 hat sie das Menschenrechtszentrum „Memorial“ in die Liste der politischen Häftlinge aufgenommen. Laut deren Anwältin Marija Ejsmont ist die Unschuld Popovitschs und Invankovitschs offensichtlich und die Anschuldigungen vollständig fabriziert. Die Beschuldigten berichteten von einer ihnen untergeschobenen Korrespondenz und Aussagen, die sie unter Folter gemacht hätten.
Regula M. Zwahlen

Um in einem Nachkriegsrussland ohne Putin wieder eine gesellschaftliche Rolle spielen zu können, wird die Russische Orthodoxe Kirche sich mit den Fehlern ihrer Vergangenheit auseinandersetzen müssen, erklärt Priester Andrei Kordochkin.
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Das Portal Christen gegen Krieg hat eine Gläubige in Russland, die sich seit dem 24. Februar 2022 mit kleinen Protestaktionen gegen den Krieg einsetzt, interviewt. Dekóder hat das Interview auf Deutsch übersetzt.
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Wladimir Kara-Mursa, einer der bekanntesten russischen Oppositionellen, ist seit zwei Jahren in Haft. Das Portal Mir Vsem, das dissidente Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche unterstützt, hat ein Interview mit ihm geführt, das Dekoder auf deutsch übersetzt hat.
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Die Repressionen innerhalb der Russischen Orthodoxen Kirche gegen abweichende Meinungen werden immer stärker. Ksenia Luchenko schildert mehrere Fälle und zeigt (fehlende) Perspektiven für Kriegsgegner in der Kirche auf.
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Der verstorbene russische Oppositionspolitiker Alexej Navalnyj bezeichnete sich in den letzten Jahren wiederholt als gläubiger Christ. Ivan Petrov zeichnet seine christliche Weltanschauung und sein Handeln nach.
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Anhand des Falls von Erzpriester Uminskij analysiert Sergei Chapnin die repressive und autoritäre Vorgehensweise der Leitung der Russischen Orthodoxen Kirche in enger Kooperation mit dem Staat sowie mögliche Entwicklungen der russischen Orthodoxie.
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In der Russischen Orthodoxen Kirche gibt es neben der offiziellen Linie viele Kriegsgegner, die nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Priester Andrei Kordochkin versucht, die Betroffenen zu trösten und zu beraten.
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2022 wurde Vladimir Kara-Murza, einer der bekanntesten Oppositionellen Russlands, wegen seiner Kritik am Regime und dessen Krieg gegen die Ukraine zu 25 Jahren Haft verurteilt. In einem Artikel aus dem Gefängnis schildert er seine Trauer über die Haltung der Russischen Orthodoxen Kirche zum Krieg.
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Priestermönch Athanasius (Bukin) hat die Russische Orthodoxe Kirche aufgrund ihrer Haltung zum Krieg gegen die Ukraine verlassen. Hier schildert er den schwierigen und schmerzhaften Prozess der Loslösung von seiner Kirche.
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Am Beispiel des Moskauer Priesters Ioann Koval zeigt Sergei Chapnin auf, wie das Moskauer Patriarchat mittels Einschüchterung seine Geistlichen unter Kontrolle hält. Koval hat seinen Priesterrang verloren, weil er in einem Gebet das Wort "Sieg" durch "Frieden" ersetzte.
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In einem offenen Brief an die orthodoxen Bischöfe in Russland prangert Sergej Chapnin deren Schweigen zum russischen Krieg gegen die Ukraine an und fordert sie auf, Verantwortung zu übernehmen, und aufzuhören, den Krieg zu rechtfertigen.
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