Russland: Nachrichtendienst wirft der EU vor, gegen die ROK in Armenien zu agitieren
Das Pressebüro des russischen Auslandsnachrichtendienstes hat der Leitung der EU vorgeworfen, die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) aus Armenien herausdrängen zu wollen. Diese habe „aggressiv“ mit diesem Vorhaben begonnen, wobei sie der armenischen Regierung den „vollständigen Bruch der jahrhundertelangen religiös-spirituellen Verbindungen mit Moskau“ als „zwingende Bedingung“ für eine Annäherung an die EU stelle. Der im April 2026 in Armenien installierten EU-Partnerschaftsmission unterstellt der Nachrichtendienst eine „böswillige Attacke auf die russische Orthodoxie“. Sie versuche, der Eparchie von Jerewan und Armenien der ROK das Recht auf ihre Kirchengebäude zu entziehen sowie ihren Dialog mit lokalen Religionsgemeinschaften, darunter die Armenische Apostolische Kirche, zu blockieren.
Im Statement wird insbesondere ein „grober Angriff“ auf den Vorsteher der Kirche des Erzengels Michael auf der 102. Militärbasis Russlands in Gyumri kritisiert. Von „Brüssel alimentierte NGOs“ hätten den „bescheidenen Geistlichen“ beschuldigt, sich in die armenischen Parlamentswahlen eingemischt zu haben. Zudem behauptete der Nachrichtendienst, Informationen zu besitzen, dass die „sog. europäischen Partner zurzeit kompromittierendes Material über andere Vertreter der armenischen Eparchie der ROK fabrizieren“. So sollten die armenischen Behörden veranlasst werden, die ROK massiv zu verfolgen. Im Titel des Statements spricht der Nachrichtendienst außerdem von „Euroantichristen“.
Im Mai hatten die beiden NGOs Vereinigung informierter Bürger und das Vanadzor Büro der Helsinki-Bürger-Vereinigung darüber berichtet, dass auf der 102. Militärbasis armenische Angestellte unter Druck gesetzt würden, bei den Parlamentswahlen vom 7. Juni eine bestimmte Partei zu wählen. Die Information stamme von zwei Betroffenen, die anonym bleiben wollten. Zudem würden die Mitarbeitenden angehalten, auch die Wahlentscheidung ihres persönlichen Umfelds zu beeinflussen. Die beiden NGOs hatten bereits im April 2026 auf das Thema aufmerksam gemacht. (NÖK)