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Belarus: Christliche Aktivistin Vasilevich in Russland zur Fahndung ausgeschrieben

27. August 2026

Die belarusische Theologin Natallia Vasilevich ist vom russischen Innenministerium bereits im April 2026 zur Fahndung ausgeschrieben worden. Konkrete Anschuldigungen werden im Eintrag im Register des Innenministeriums nicht genannt, lediglich dass sie aufgrund eines Artikels des Strafgesetzes gesucht werde. Vasilevich ist Mitglied und Koordinatorin der belarusischen Menschenrechtsgruppe Christliche Vision, die auch das Projekt Christen gegen Krieg gegründet hat, und lebt im Exil.

Dmitrij Kornejenko, ein weiteres Mitglied von Christliche Vision, ist schon seit Juli 2024 zur Fahndung ausgeschrieben. Laut der Aktivistengruppe befinden sich mindestens zwei Dutzend Gläubige aus Belarus, darunter einige Geistliche verschiedener Konfessionen, aus politischen Gründen im Fahndungsregister des russischen Innenministeriums. Die russische Bürgerrechtsorganisation SotaSota hat eine Website eingerichtet, auf der das Fahndungsregister des Innenministeriums durchsucht werden kann, mithilfe derer Christliche Vision auf den Eintrag von Vasilevich gestoßen ist.

Die norwegische Organisation zum Schutz der Religionsfreiheit Forum 18 ging den Fahndungen nach und rief bei den im Register angegebenen Kontaktstellen an. Im Fall von Natallia Vasilevich, die angeblich vom Innenministerium der belarusischen Region Vitebsk gesucht wird, ist eine Telefonnummer angegeben, unter der sich zwar ein Mann gemeldet habe, der aber laut eigenen Angaben mit der Fahndung nichts zu tun hat. Bei Dmitrij Kornejenkos Eintrag sind drei Telefonnummern angegeben, wobei sich bei zweien niemand gemeldet habe und unter der dritten ein Mann keine Auskunft gegeben und wieder aufgelegt habe. Ähnlich verhielt es sich im Fall eines protestantischen Predigers.

Vasilevich kommentierte, dass der Eintrag ins Fahndungsregister sie nicht überrasche, zu erwarten gewesen sei und bei ihr keinerlei Gefühle auslöse. (NÖK)