Slowakei: Marek Forgáč neuer Erzbischof von Košice
Papst Leo XIV. hat den bisherigen Weihbischof von Košice, Marek Forgáč (52), zum neuen römisch-katholischen Erzbischof in der ostslowakischen Metropole ernannt. Zugleich nahm er den altersbedingten Amtsverzicht von Erzbischof Bernard Bober (75) an, wie das vatikanische Presseamt und die Slowakische Bischofskonferenz am 14. Oktober mitteilten. Bober, der erst vergangene Woche auch das Amt des Vorsitzenden der Slowakischen Bischofskonferenz abgegeben hatte, leitet die Erzdiözese Košice bis zur offiziellen Amtsübernahme durch Forgáč als Administrator weiter. Als Termin für die Amtseinführung in der mit mehr als 660‘000 Katholiken größten Diözese der Slowakei wurde der 28. November festgelegt. Bober war seit 2010 Erzbischof.
Der neue Erzbischof Forgáč wurde am 21. Januar 1974 in Košice geboren und 1999 zum Priester geweiht. Nach Psychologiestudien an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und einem Doktoratsstudium in Trnava habilitierte er sich 2015 an der Theologischen Fakultät in Košice. Er wirkte in der Hochschulseelsorge, als Dozent und als Prodekan für Wissenschaft und Forschung. 2016 ernannte ihn Papst Franziskus (2013–2025) zum Weihbischof. In der Slowakischen Bischofskonferenz leitet Forgáč die Kommission zum Schutz Minderjähriger und koordiniert das nationale Synodenteam. 2023 und 2024 nahm er als Delegierter an den Versammlungen der Weltsynode über Synodalität im Vatikan teil.
Der Erzbischof von Bratislava und amtierende Bischofskonferenz-Vorsitzende Stanislav Zvolenský würdigte zur Ernennung Forgáčs dessen Erfahrungen in der Seelsorge, der Jugendarbeit, der Pastoralpsychologie und der Begleitung von Ehepaaren und Familien. Diese seien ein Gewinn für die Ortskirche und die gesamte katholische Kirche in der Slowakei. Zvolenský sagte dem neuen Erzbischof Unterstützung und Zusammenarbeit zu und dankte Erzbischof Bober für dessen langjähriges pastorales und menschliches Wirken.
Forgáč betonte in einer ersten Ansprache, er wolle auch als Erzbischof den Menschen nahe sein. Das Bischofsamt sei ein Dienst und keine Frage von Rang oder weltlichem Ansehen. Seinen bisherigen bischöflichen Wahlspruch „Dominus prope“ („Der Herr ist nahe“) werde er beibehalten. Dieser bringe seinen pastoralen Stil zum Ausdruck.
Gegenüber dem Pressebüro der Slowakischen Bischofskonferenz äußerte sich Forgáč auch zu mehreren seiner Schwerpunkte. So wolle er bei der Weitergabe des Glaubens an junge Menschen auf Zuhören und persönliche Begleitung setzen. Statt über Jugendliche zu klagen, gelte es, ihnen mit Zuneigung zu begegnen und ihre Lebenswelt zu verstehen. Junge Menschen müssten Raum erhalten, Fragen zu stellen und ihren Glaubensweg zu finden; dabei brauche es Geduld.
Die kirchliche Begleitung von Familien wiederum dürfe sich nicht auf die Ehevorbereitung beschränken, sondern müsse sich über die verschiedenen Lebensphasen bis ins hohe Alter erstrecken. Bei Ehe- und Familienkrisen brauche es rasch zugängliche fachliche und seelsorgliche Hilfe. Dafür sei die Zusammenarbeit mit qualifizierten Laien unverzichtbar.
Für das Vertrauen zwischen Kirche und Gesellschaft nannte Forgáč Offenheit und Rechenschaft, etwa im Umgang mit Missbrauch in der Kirche, als entscheidend. Die Kirche müsse ihr eigenes Handeln regelmäßig überprüfen, Verantwortung übernehmen und sich auch der eigenen Vergangenheit wahrhaftig stellen. Beim Schutz von Kindern und verletzlichen Menschen dürfe sie sich nicht mit Mindestanforderungen begnügen, sondern müsse bei der Schaffung sicherer Räume vorbildlich handeln.
Synodalität will Košices neuer Erzbischof durch die Einrichtung eines diözesanen Pastoralrats und pfarrlicher Pastoralräte konkret verankern. Laien sollten stärker an Beratungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt werden, sagte er. Voraussetzung dafür sei auch ein Umdenken bei den Priestern hin zu mehr gegenseitigem Zuhören und gemeinsamer Verantwortung. Gleichzeitig wies Forgáč darauf hin, dass viele Priester mit Einsamkeit konfrontiert seien und neben geistlicher Begleitung auch konkrete menschliche Unterstützung benötigten. Als Erzbischof wolle er ihnen ein offenes Ohr bieten, sie ermutigen und ihre Gemeinschaft untereinander stärken. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)