Russland: Putin bezeichnet Soldaten als Retter mit göttlichem Auftrag
Am orthodoxen Weihnachtsfest hat der russische Präsident Vladimir Putin die russischen Soldaten als Retter bezeichnet. In seiner Rede sprach er von Gott, der oft „Retter“ genannt werde, weil er zur Rettung der Menschen auf die Erde gekommen sei. Die russischen Soldaten „erfüllen sozusagen in göttlichem Auftrag die gleiche Mission: den Schutz des Vaterlands, die Rettung der Heimat und ihrer Menschen“, sagte Putin. Und so habe man in Russland zu allen Zeiten die Soldaten behandelt, nämlich als „die Menschen, die sozusagen in göttlichem Auftrag diese heilige Mission ausführen“.
Der russische Präsident feierte bereits zum dritten Mal in Folge Weihnachten gemeinsam mit russischen Offizieren und Teilnehmern an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Auf den Bildern und Videos der Feier waren weder Geistliche noch ein Gottesdienst zu sehen. Die Feier fand laut Recherchen von Agentstvo in einer Kirche auf dem Areal einer Einrichtung des russischen Militärgeheimdienstes GRU in der Nähe von Moskau statt.
Der russische Patriarch Kirill wiederholte in seinem traditionellen Weihnachtsinterview seine Ansichten, dass sich „viele“ gegen Russland stellten, weil dieses eine „alternative zivilisatorische Entwicklung“ biete, während im Westen die Jugend degeneriere. Ein neueres Element in seiner Rhetorik war die pauschale Einstufung aller Andersdenkenden als „Vaterlandsverräter“. Es sei zwar schwierig, auf nationaler Ebene einen Konsens zu erreichen. Aber es gebe „Konzepte“, mit denen die Existenzfähigkeit des Staats zusammenhänge, zu diesen müsse unbedingt ein gesellschaftlicher Konsens herrschen. Wenn jemand aus diesem „Konsens herausfällt“, gebe es eine „Definition“ dafür: „Vaterlandsverräter, mit allen daraus folgenden juristischen Konsequenzen“. (NÖK)

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