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Russland: Patriarch: In Russland Menschenrechte und Religionsfreiheit verwirklicht

15. Januar 2026

Der Moskauer Patriarch Kirill sieht in Russland einen vortrefflichen Hort der Menschenrechte und Religionsfreiheit. Im traditionellen Weihnachtsinterview, das vom Sender Rossija 1 zum orthodoxen Weihnachtsfest ausgestrahlt wurde, erörterte das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) u.a. die Frage, woher die Spannungen zwischen Russland und dem Westen rührten. Nach dem Ende der Sowjetunion hätten das Volk und die Regierung erkannt, dass Menschenrechte und Religionsfreiheit unbedingt geachtet werden müssen. Zudem seien in Russland inzwischen auch Marktwirtschaft und Freizügigkeit vollumfänglich gegeben.

Damit stelle das Land eine sehr attraktive Alternative für die zivilisatorische Entwicklung dar, so der Patriarch: „Wir bieten Werte, die der Westen abgelehnt hat und weiterhin ablehnt.“ Dazu gehöre auch, dass in Russland der christliche Glaube hochgehalten werde, was im Westen nicht der Fall sei. Der Glaube werde dort an den Rand des öffentlichen Lebens gedrängt, basierend auf der falschen Annahme, dass Religion Privatsache sei.

Der Patriarch bezichtigte den Westen diesbezüglich auch eines „militanten Säkularismus“. Und er fügte hinzu: „Wir lehnen ab, was im Westen derzeit unter dem Deckmantel der ‚Menschenrechte‘ akzeptiert wird, in Wirklichkeit aber auf die Zerstörung der menschlichen Moral abzielt.“

Moral sei letztlich Gottes Gesetz, „tief in der menschlichen Natur verankert, damit der Mensch leben kann“. Moral, wie Gott sie in die menschliche Natur eingepflanzt hat, sei die Voraussetzung und der Weg zum menschlichen Glück. „Und wenn heute unter dem Deckmantel der Freiheit die persönliche und familiäre Moral zerstört wird, sehen wir, wohin das führt“, so der Patriarch. Er beobachte insbesondere in westlichen Ländern den moralischen Verfall der jüngeren Generation. Nachsatz: „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.“

Und nochmals bekräftigte der Patriarch: Russland anerkenne alle Rechte und Freiheiten, seine Politik richte sich strikt an den Vorgaben der Vereinten Nationen und an Menschenrechtsorganisationen aus, und man weiche keinen Schritt von diesem Kurs ab. Deshalb stehe man in Konfrontation zur westlichen Zivilisation. „Gerade weil diese Zivilisation die Sünde rechtfertigt und glaubt, Sünde sei keine Sünde, kein Verstoß gegen Gebote oder Lebensprinzipien, sondern ein alternativer Weg der menschlichen Entwicklung.“

In der ROK wurde – gemäß dem Julianischen Kalender – am 6. Januar der Heilige Abend und am 7. Januar der Christtag gefeiert. Patriarch Kirill stand in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar dem festlichen Weihnachtsgottesdienst in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale vor. An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche hochrangige russische Politiker teil, Präsident Vladimir Putin wurde in der Gottesdienstmeldung des Moskauer Patriarchats aber nicht genannt.

In der Glückwunschbotschaft Kirills an den russischen Präsidenten, die vom Patriarchat veröffentlicht wurde, würdigte der Patriarch dafür einmal mehr die unzähligen Verdienste Putins um Russland und die Kirche. Der Präsident kümmere sich unermüdlich um den Wohlstand des russischen Volkes, stärke die Souveränität des Landes und die traditionellen Werte der Gesellschaft.

Ausdrücklich würdigte Kirill die guten Beziehungen zwischen Staat und Orthodoxer Kirche. Die gute Zusammenarbeit trage zur Festigung des Volkes, zur spirituellen, moralischen und patriotischen Erziehung der jungen Generation und zum Erhalt des reichen historischen und kulturellen Erbes des Landes bei. Er hoffe, so der Patriarch, dass diese Zusammenarbeit auch weiterhin fruchtbar und segensreich für Kirche und Vaterland sein werde. Patriarch Kirill ist einer der entschiedensten Befürworter und Unterstützer des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)