Belarus: Katholische Kirche verabschiedet Corona-Regeln

Die Bischofskonferenz von Belarus hat angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen im Land eine Reihe von Schutzmaßnahmen für kirchliche Mitarbeiter und Gläubige erlassen, die bis auf weiteres bindend sind. Falls nötig, sollen die Bischöfe Gläubige von der Pflicht, an der Sonntagsmesse teilzunehmen, befreien. Das gilt für ältere Menschen, Personen mit Symptomen, Kinder und Schüler sowie ihre Betreuungspersonen und diejenigen, die sich vor einer Ansteckung fürchten. Sie sollen möglichst an anderen Tagen die Messen besuchen, während alle anderen aufgerufen sind, an der Sonntagsmesse teilzunehmen.

Außerdem müssen die Vorsteher der Gemeinden in Kirchen und anderen Orten des gemeinsamen Gebets die Einhaltung der Hygienemaßnahmen durchsetzen. Dazu zählen das Maskentragen, Desinfizieren der Hände und das Einhalten von Abständen. Priester, die den Gläubigen nahekommen (beispielsweise bei der Kommunionspendung) müssen ebenfalls Masken tragen und sich die Hände desinfizieren. Die Organisation von anderen Aktivitäten soll gut überlegt werden, dabei soll auch das Absagen oder Verschieben in Betracht gezogen werden. Außerdem werden die Geistlichen daran erinnert, am Ort ihres Dienstes zu bleiben und den Gläubigen zur Verfügung zu stehen.

Die Sitzung der Bischofskonferenz am 15. Oktober wurde von Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz von Minsk digital aus dem Ausland geleitet. Ihm war Ende August nach einem beruflichen Aufenthalt in Polen die Wiedereinreise nach Belarus verweigert worden. Das Innenministerium hatte seinen Pass für ungültig erklärt und gab an, seine Staatsbürgerschaft werde überprüft. Laut Gesetz darf einem belarussischen Staatsbürger die Einreise jedoch nicht verwehrt werden. Die belarussischen Bischöfe erklärten an der Sitzung ihre Solidarität mit dem Erzbischof und hoffen, dass Kondrusiewicz bald zurückkehren kann. An der Sitzung nahm auch erstmals der neue Apostolische Nuntius, Ante Jozić, teil.

Kondrusiewicz besprach die Situation in Belarus auch im Vatikan, wo er am 19. Oktober mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem vatikanischen Außenminister Paul Richard Gallagher zusammentraf. Gallagher hat vor kurzem Belarus besucht und unter anderem den belarussischen Außenminister getroffen. Der Vatikan zeigte sich besorgt über das Einreisverbot und will sich für die Rückkehr des Erzbischofs einsetzen. (NÖK)

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