
Der "All-Ukrainische Kirchenrat" – wirklich all-ukrainisch?
Thomas Bremer
In diesen Tagen besucht eine Delegation des "All-Ukrainischen Rates der Kirchen und Religionsgemeinschaften" Berlin und Brüssel. Ihr gehören vier führende Vertreter der im Lande vertretenen christlichen Konfessionen an: ein orthodoxer Metropolit, ein römisch-katholischer Bischof, ein reformierter Bischof sowie der leitende Bischof einer Pfingstkirche.
Der Rat wurde vor fast genau 30 Jahren, im Juli 1996, gegründet. Die Initiative dazu war von der staatlichen Religionsbehörde ausgegangen, deren Oberhaupt zunächst sogar unter den Mitgliedern des Rates mitaufgeführt wurde. Bis 2005 haben die staatlichen Vertreter auch die Dokumente und Verlautbarungen des Rates unterzeichnet. Zu den Mitgliedern zählten von Anfang an die größten Religionsgemeinschaften in der Ukraine, die zwei (zur Zeit der Gründung des Rates drei) orthodoxen Kirchen, die katholischen Kirchen des östlichen und des lateinischen Ritus, die evangelischen Kirchen verschiedenen Bekenntnisses und die Freikirchen. Außerdem gehören auch jüdische und muslimische Organisationen zum Rat. Er hat eine Website, auf der auch in einer gekürzten englischen Version über seine Aktivitäten berichtet wird.