Rumänien: Arbeiten an "Kathedrale zur Erlösung des Volkes" gehen weiter

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In Rumänien können die Steuerzahler bis zu 3,5 Prozent der Einkommenssteuer für gemeinnützige bzw. soziale Zwecke direkt widmen. Die Rumänische Orthodoxe Kirche wirbt deshalb aktuell massiv dafür, dies zugunsten der neuen Bukarester "Kathedrale zur Erlösung des Volkes" zu tun, wie der "Pro Oriente"-Informationsdienst am Freitag berichtete. Die Kathedrale ist eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt und wurde im Herbst 2018 eingeweiht, ist aber noch nicht zur Gänze fertiggestellt. Papst Franziskus hat bei seiner Rumänien-Reise 2019 die Kathedrale besucht und dort eine kurze Ansprache gehalten sowie das Vater Unser gebetet.

Für 2022 stehen laut Bukarester Patriarchat vor allem Arbeiten im Inneren der Kirche an: Mosaike, Steinverkleidungen und Zierputze. Im Turm der Kathedrale hängt ein sechsstimmiges Geläut, das 2016 von der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen wurde. Die große Glocke ist mit mehr als 25 Tonnen die größte freischwingende Glocke der Welt.

Die neue Kathedrale in der rumänischen Hauptstadt ist 120 Meter lang, 70 Meter breit und 120 Meter hoch, sie bietet 5.000 Gläubigen Platz. Die Raumfläche beträgt 7.200 Quadratmeter, es gibt 600 Fenster. Die Kathedrale ist der Auferstehung Christi und dem heiligen Andreas geweiht. Sie hat eine ähnliche Symbolkraft wie die Hauptkirche der serbischen Orthodoxie, die Kuppelkirche Sankt Sava in Belgrad, die mehr als 10.000 Menschen Platz bietet. Der Baukomplex in der Nähe des rumänischen Parlamentspalastes umfasst zudem auch Mehrzweckhallen, Pilgerherbergen sowie eine Suppenküche. Mit dem Bau wurde 2010 begonnen.

Wie viel die Kirche bisher gekostet hat, ist nicht ganz klar. Der Betrag von rund 110 Millionen Euro wurden schon 2018 anlässlich der Einweihung der Kathedrale von Medien genannt. Nach Angaben des rumänischen Patriarchats stammten rund drei Viertel vom Staat und dem Bukarester Stadtrat. Unklar ist, wie viel Geld noch zur Fertigstellung benötigt wird. Für die Innenausstattung setzt man vor allem auch auf Großspender und Patenschaften, zuletzt aber sichtlich auch vermehrt auf die Steuerzahler. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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