Republik Moldau: Orthodoxe protestieren gegen angeblichen Impfzwang

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In der moldauischen Hauptstadt Chişinau haben orthodoxe Gläubige und Geistliche protestiert, um ihre Ablehnung gegen einen „Zwang zur Impfung gegen Covid-19“ auszudrücken. Rund 1000 Personen versammelten sich am 3. August beim Regierungsgebäude im Stadtzentrum. Die Moldauische Orthodoxe Kirche hatte bereits zu Beginn der Pandemie, im Mai 2020, darauf gedrängt, dass eine künftige Impfung gegen das Virus freiwillig sein müsse.

Ein Epidemiologe des nationalen Zentrums für öffentliche Gesundheit des Landes bezeichnete die Behauptungen der Demonstrierenden als „Spekulation“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle keine obligatorischen Impfungen, und die Republik Moldau folge den WHO-Empfehlungen. Daher sei keine Impfpflicht vorgesehen, erklärte er weiter. Allerdings strebe der Staat eine Impfrate von 70 Prozent bis zum 1. September an. Bisher hat das Land über 1,5 Mio. Dosen verschiedener Vakzine erhalten. Bei einer Bevölkerung von 2,6 Mio. war Anfang August über 1 Mio. der Einwohnerinnen und Einwohner geimpft, mehr als die Hälfte davon hatte zwei Impfdosen erhalten.

Die laufende Impfkampagne wird von der Moldauischen Orthodoxen Kirche unterstützt. So hat sie für einen sog. „Impfmarathon“ am 26. Juni 2021 im Palast der Republik in Chişinau 1000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V gespendet. Der Bürgermeister der Hauptstadt hatte sie darum gebeten, weil die Nachfrage nach diesem Impfstoff in der Bevölkerung sehr hoch sei und im Impfzentrum nur noch 3000 Dosen davon vorhanden waren, wie er auf Facebook erklärte. Daneben waren die Impfstoffe AstraZeneca, Sinovac und Sinofarm verfügbar. Den Impfstoff hatte die Metropolie Moldau als „humanitäre Hilfe“ von der Russischen Orthodoxen Kirche erhalten, der sie untersteht.

Überbracht wurde der Impfstoff vom Sekretär des Metropoliten der Moldau, Erzpriester Vadim Kejbasch. Er übermittelte den Impfwilligen zugleich den Segen von Metropolit Vladimir (Cantarian). Mit der Immunisierung würden die Menschen ihre „Nächstenliebe und Sorge für ihre Mitmenschen“ beweisen. Die Ablehnung der Impfung hingegen sei ein Zeichen von Egoismus und Gleichgültigkeit, die momentan in „bestimmten Kreisen und Schichten unserer Gesellschaft“ anzutreffen seien.

Die Moldauische Orthodoxe Kirche befürwortet die Impfung, fordert aber eine strenge Befolgung ethischer Prinzipien, darunter die informierte Zustimmung der zu impfenden Personen, eine genaue Beschreibung der Vorteile und Risiken sowie Haftung für nachteilige Nebenwirkungen. (NÖK)

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