Kroatien: Kardinal Bozanić gedenkt der internationalen Anerkennung vor 30 Jahren

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Anlässlich der internationalen Anerkennung Kroatiens vor 30 Jahren fand am 15. Januar in Zagreb ein Gottesdienst mit zahlreichen kirchlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Vertretern statt. Kroatien war nach seiner Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien am 13. Januar 1992 vom Hl. Stuhl anerkannt worden, zwei Tage später folgten die damaligen EG-Staaten. Nach einem mit großer Mehrheit angenommenen Unabhängigkeitsreferendum am 19. Mai 1991 hatte Kroatien am 25. Juni 1991 seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt.

Kardinal Josip Bozanić, der die Feier leitete, sagte in seiner Predigt, 30 Jahre seien nicht viel für einen Staat, aber genug, um „die Werte seines Wachstums zu erkennen, die Erinnerung an den zurückgelegten Weg zu stärken, neue Herausforderungen zu erörtern und sicherer in die Zukunft zu schreiten“. Die Kroatinnen und Kroaten seien aufgerufen zu lernen, für andere Verantwortung zu übernehmen, nicht zum eigenen Nutzen, sondern zum Wohl der anderen zu handeln, die Wahrheit zu vertreten und Vertrauen in Gott zu haben. Jeder habe Macht, ob kleiner oder größer, mit der man anderen dienen sollte, statt sie für sich selbst zu nutzen.

Er verwies weiter auf die Vergangenheit des kroatischen Volks ohne eigenen Staat, wodurch es auch kein Subjekt des internationalen Rechts gewesen sei. Die Menschen, die „in sich die Sehnsucht nach gerechten Aspirationen trugen und auf den Errungenschaften früherer Generationen aufbauten, auf ihren Hoffnungen und Werten, scheuten keine Mühen im Erwecken und im Sammeln von Gütern.“ Zu diesen Menschen zählt der Kardinal auch den ersten Präsidenten des unabhängigen Kroatien, Franjo Tuđman. Ebenso dürfe die „Erinnerung an die kroatischen Verteidiger, insbesondere Freiwillige, nicht verblassen“. Nun gelte es, die Verantwortung gegenüber dem Staat aufzubauen, dabei geschehe der Fortschritt nur auf dem Weg des Dialogs und im Aufbau der Gemeinschaft. Als kleines Volk dürften sich die Kroatien nicht spalten lassen. In diesem Sinn rief er zur Konzentration auf das Gemeinwohl und Freude über Erfolge, egal von welcher Seite, auf. Die kroatische Identität müsse bewahrt werden, dabei dürfe aber „keine Verschließung zugelassen werden“, sondern brauche es eine Öffnung.

Neben Ministerpräsident Andrej Plenković und Parlamentspräsidenten Gordan Jandroković nahm auch der Apostolische Nuntius in Kroatien, Erzbischof Giorgio Lingua, am Gottesdienst teil. Dieser hatte bereits am 13. Januar seine Glückwüsche zur Unabhängigkeit übermittelt. Darin verglich er das Alter des Staates mit einem Menschen, bei dem man ab 30 von Reife spreche. So zeige sich auch Kroatien in einem reifen Alter, was sich an den aktuellen Zielen wie dem Beitritt zum Schengenraum und der Einführung des Euro zeige. Der Vatikan sei stolz, dass er von Anfang an „völliges Vertrauen in dieses Land gesetzt hat“. (NÖK)

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