Slowakei: Neue Religionslehrbücher für Griechisch-Katholische

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Die griechisch-katholischen Bischöfe in der Slowakei haben wichtige Beschlüsse für die weitere Entwicklung ihrer Kirche gefasst. So werden neue Religionslehrbücher speziell für den griechisch-katholischen Ritus vorbereitet. Bisher wurden in der Slowakei von der römisch- und griechisch-katholischen Kirche gemeinsame Schulbücher verwendet; nur die begleitenden Arbeitsblätter gab es in einer eigenen Fassung für den ostkirchlichen Ritus. Auch ein eigener Katechismus soll für die der Mitgliederzahl nach kleine, aber höchst lebendige griechisch-katholische Kirche erarbeitet werden. Die Bischöfe richteten dafür bei der jüngsten Tagung des Hierarchenrats in Prešov eine eigene Kommission mit Vertretern aus allen drei Eparchien des Landes ein.

Eine bemerkenswerte Initiative stellt auch die Vorbereitung einer Übersetzung des Neuen Testaments in die ruthenische Sprache dar. Bei der derzeit noch ausschlaggebenden Volkszählung von 2011 bekannten sich in der Slowakei exakt 33‘482 Personen zur ruthenischen Nationalität; 55‘469 gaben das Ruthenische als Muttersprache an. 7430 Personen bekannten sich zur ukrainischen Nationalität. Während die Anzahl der bekennenden Ukrainer in den drei Volkszählungen nach dem Sturz des Kommunismus kontinuierlich geschwunden ist, stieg jene der Ruthenen kontinuierlich an. In manchen Pfarren mit ruthenischer Mehrheit wird in der Liturgie noch das Altkirchenslawische verwendet.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die erzwungene Ukrainisierung der Ruthenen in der Karpato-Ukraine und in der östlichen Slowakei durch das kommunistische Regime, die Hand in Hand mit der Zwangseingliederung der griechisch-katholischen Kirche in die Russische Orthodoxe Kirche ging. Die Wiederzulassung der griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei, die in zwei Schritten – im Prager Frühling von 1968 und nach der Wende von 1989 – erfolgte, spiegelt sich bis heute auch auf konfessionellem Gebiet: Von den Ruthenen bekannten sich im Jahr 2011 19‘193 (57,3 Prozent) zur griechisch-katholischen und 11‘080 (33,1 Prozent) zur orthodoxen Kirche. Der weitaus überwiegende Teil der insgesamt rund 230‘000 Griechisch-Katholischen in der Slowakei bekennt sich mittlerweile allerdings zur slowakischen Nationalität. Die Ergebnisse der Volkszählung des Jahres 2021 sind noch nicht bekannt.

Weiterhin widmeten sich die griechisch-katholischen Bischöfe der Slowakei bei ihrer Versammlung in Prešov der Erstellung eines neuen Textes für das „Begräbnis eines Gläubigen“ sowie die „Notwendigkeit der Dispens eines Hierarchen zu einer verkürzten Form des Ehegelöbnisses für den Fall, dass eine der Parteien nicht getauft ist“. Die Bischöfe reagierten damit nach eigenen Angaben auf einen Fragenkatalog, der ihnen von Kardinal Kurt Koch, dem Vorsitzenden des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, zugestellt worden war.

Der Hierarchenrat der griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei wurde im Rahmen der rechtlichen Neuordnung der Kirche im Jahr 2008 geschaffen. Er ist ein gesetzgebendes Gremium und unterstützt den Metropoliten von Prešov, derzeit Erzbischof Ján Babjak, als obersten Repräsentanten der Kirche. Damit werde, so der Sprecher der Prešover Archieparchie Michal Pavlišinović, „eines der wichtigsten Zeichen und Symbole der ostkirchlichen Identität verwirklicht, nämlich das Prinzip der Synodalität“. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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