Polen: Rasche Versöhnung im Ukraine-Krieg für Erzbischof Gądecki undenkbar

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Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanisław Gądecki von Poznań, sieht keine Chance auf eine rasche Versöhnung zwischen Russland und der Ukraine. "Zu viel Blut ist geflossen", sagte Gadecki im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. Vielleicht könne man in 50 Jahren über eine mögliche Vergebung sprechen. 

Der Erzbischof, der Ende Mai in der Ukraine war, sieht die fortgeschrittene Demokratisierung in der Ukraine als Hauptgrund für den Krieg. Russland habe Angst gehabt, dass diese Entwicklung überschwappen könne. Infolge des Krieges habe das ukrainische Volk aber noch stärker zusammengefunden. Besonders paradox empfinde er das Verhalten des russischen Präsidenten Vladimir Putin gegenüber den russischsprachigen Ukrainern, sagte Gądecki . Einerseits bestätige der russische Präsident, dass die Ukrainer Brüder der Russen seien, auf der anderen Seite würden vor allem die russischsprachigen Ukrainer Opfer der Angriffe. Als ob sie die "schlechteren Feinde" seien. 

Sein Versuch, mit dem Moskauer Patriarchen Kirill Kontakt aufzunehmen, sei wenig erfolgreich gewesen, berichtete Gądecki . Auf einen Brief habe ihm Metropolit Ilarion, der Außenbeauftragte des Moskauer Patriarchats, geantwortet. Darin habe dieser unter anderem vorgeschlagen, dass Gądecki auf die polnische Bevölkerung im Sinne Russlands Einfluss nehmen solle. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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