Russland: Treffen zwischen Papst und Patriarch dieses Jahr möglich

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Metropolit Ilarion (Alfejev), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriachats, hält ein Treffen zwischen Papst Franziskus und dem russischen Patriarchen Kirill noch im Jahr 2022 für möglich. Zumindest sei ein solches persönliches Treffen schon in Vorbereitung, erklärte Ilarion Ende März in seiner wöchentlichen Fernsehsendung „Kirche und Welt“ auf Rossija 24.

In einer späteren Sendung vom 10. April führte Metropolit Ilarion aus, er sei persönlich an den Vorbereitungen für die Begegnung beteiligt, allerdings seien Ort und Zeitpunkt des Treffens noch offen. In der aktuellen „schwierigen politischen Situation“ verlangten nicht nur inhaltliche Aspekte des Treffens eine sorgfältige Ausarbeitung, sondern auch „Fragen der Sicherheit, des Transport und der Logistik“. Papst Franziskus und Patriarch Kirill wollten dort zusammenkommen, wo Probleme bestünden und die christliche Bevölkerung Unterstützung brauche, deshalb sei der Nahe Osten eine naheliegende Option.

Der Vatikan bestätigt, dass an einem Treffen gearbeitet wird und nennt ebenfalls den Nahen Osten als möglichen Treffpunkt. Für die Begegnung sei ein „neutrales Terrain“ Bedingung erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gegenüber italienischen Medien. Ein Treffen im Libanon, wohin der Papst im Juni reisen will, sei nicht ausgeschlossen. Die Frage einer Papstreise in die Ukraine bezeichnete Parolin als äußerst heikel. Im Vordergrund stehe, ob eine Reise nach Kiew zur Beendigung des Kriegs beitragen könne. Denkbar sei auch, dass der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Richard Gallagher, bald Kiew besuche.

2016 hatten sich Papst Franziskus und Patriarch Kirill am Flughafen von Havanna erstmals persönlich getroffen. Die Begegnung war ein historisches Ereignis, da es das erste Treffen überhaupt zwischen einem Papst und einem Moskauer Patriarchen war. Die Bereitschaft zu einem weiteren Treffen haben beide Seiten mehrfach betont. Zuletzt telefonierten Franziskus und Kirill am 16. März miteinander, um sich über die Lage in der Ukraine auszutauschen. (mit Material von Kathpress) (NÖK)

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